Neue CD mit Kammermusik Große Trauermusik von Louis Vierne

Neue CD mit Kammermusik Große Trauermusik von Louis Vierne

Critique du CD Vierne

Avril 2016, NOZ, Neue Osnabrücker Zeitung
Neue CD mit Kammermusik Große Trauermusik von Louis Vierne

Osnabrück. Vor allem das Klavierquintett c-Moll op. 42 von Louis Vierne, interpretiert vom Terpsycordes Quartet und der Pianistin Muza Rubackyte, ist Grund genug, die neue CD von Brillant Classics zu empfehlen.

Das ist keine gute-Laune-Musik auf dieser neuen Platte. Das Klavierquintett c-moll op. 42 ist Louis Vierne s Reaktion auf den Tod seines Sohnes, der 17-jährig im Ersten Weltkrieg starb. Louis Vierne ist einer jener Komponisten, bei denen Musiker überein gekommen sind, die Pflege seines Werkes fast ausschließlich den Organisten zu überlassen, außerhalb der Kirche hört man seine Musik so gut wie nie im Konzert.

Auf CD immerhin sind mehrere Aufnahmen dieses Klavierquintetts zu bekommen. Die Neuaufnahme ist klangtechnisch nur Durchschnitt und bietet auch keine ganz großen Namen, es spielen das Terpsycordes Quartet und die Pianistin Muza Rubackyte. Doch die Interpreten vermitteln die düstere Stimmung dennoch ganz großartig. So wie hier klingt Trostlosigkeit, und andererseits ist bei jedem der zahlreichen großen Ausbrüche der wilde Schmerz spürbar. Außerdem bleibt die streckenweise sehr dichte Struktur überall gut durchhörbar.

Das zweite Werk der CD ist nicht ganz so gut gelungen, denn im Liederzyklus „Spleens et Dètresses“ nach Texten von Paul Verlaine, an sich ein spannendes Werk, besteht bei der Mezzosopranistin Anaik Morel für Begeisterung keine Veranlassung. Es fehlen Farbnuancen und ihr Vibrato ist auf Dauer etwas penetrant. Macht nichts, das große Klavierquintett allein ist Grund genug für eine Empfehlung dieser Platte.

Ein Artikel von Jan Kampmeier

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